Adoptivkaiser Trajan

Sein Lebenslauf

Marcus Ulpianus Traianus wurde im spanischen Italica, welches beim heutigen Sevilla liegt, am 18.09.53 n. Chr. geboren. Er war Staatsbeamter und wurde im Jahre 91 zum Konsul ernannt.

Kaiser Nerva adoptierte ihn auf drängen des Heeres und dadurch wurde ihm 97 das Amt des Kaisers verliehen. So wurde er der erste Adoptivkaiser.

Ein Jahr später trat er die Regierung an und begann damit Eroberungskriege zu führen. Diese führten zu großem Verlust an Material und Menschen. Die Eroberungskriege führten jedoch auch zur Annektierung (gewaltsame, widerrechtliche Besatzung eines Staatsgebietes) und Provinzialisierung von Dakien, Armenien und Mesopotamien . Dies geschah in den Jahren 100 bis 115. Seine Herrscherleistungen wurden gut beurteilt und so erhielt er 114 den Titel eines "optimus princeps", welches soviel wie bester Fürst bedeutet. Diesen erhielt er im besonderen auch für seine Tätigkeiten zum Ausbau der Verwaltung und der Unterstützung der Armen und Waisen. Trajan starb am 8.8.117 auf der Rückreise des Kriegsschauplatzes in Selinus am schwarzen Meer.

 

Trajansforum

Das Trajansforum erstreckt sich nördlich des Caesar- und westlich des Augustusforums. Es ist das jüngste und großartigste Kaiserforum. Der Architekt Apollodoros von Damaskus lies dieses in Zusammenarbeit mit Trajan bauen. Dazu mußte man allerdings den Sattel zwischen dem Capitolshügel und dem Quirinal abgetragen. Der Komplex hat eine Größe von 300 mal 195 Metern. Es wurde 106 bis 113 n. Chr. aus den Gewinnen des Darkerkrieges errichtet. Das Forum ist nicht mehr sichtbar, weil sich die Via dei Fori Imperiali darüber erstreckt. Erhalten sind aber die östliche Exedra (halbrunder oder rechteckiger Raum mit Sitzen in antiken Bauten oder Erweiterung eines Saales oder Säulenganges) und auf der gleichen Seite die Partikusebenen mit den Säulensockeln am ursprünglichen Standort.

 

Basilica Ulpia

Die Basilica Ulpia ist ebenfalls nur halb freigelegt und ihr Langhaus schloß die Platzrückseite ab. Diese Basilica ist die größte, die je in Rom errichtet wurde mit ihren Maßen von 170 mal 60 Metern. Auf ihrem Gelände befinden sich Statuen von gefangenen Dakern und Fragmente von Skulpturen und einem Fries, welches ein schmückender Wandstreifen ist. Auf der nordwestlichen Seite befinden sich zwei Toröffnungen, die auf einen Hof führen. Dort

steht die Trajanssäule. Die Trajanssäule ist eingerahmt von zwei Bibliotheken, in denen Quellen und das Privatarchiv des Kaisers, sowie eine Sammlung von Prätorenbeschlüssen aufbewahrt wurden. Die Bibliothek wurde unter der Via dei Fori Imperiali freigelegt.Der rechteckige Raum war mit erhöhten Wandnischen ausgestattet, in denen die Bücherschränke untergebracht waren. An der Rückwand waren vermutlich Götterbilder aus Marmor. Nordwestlich schließt der Komplex mit dem Tempel des Divus Traianus und der Diva Plutina ab. Dieser wurde nach dem Tod Trajans 121 n. Chr. von Hadrian gebaut. Darüber ist jedoch nicht viel bekannt.

Trajansmärkte

Der Architekt Appolodoros von Damaskus, der auch das Trajansforum baute, mußte einen Teil des Quirinalshügel abbauen lassen und nutzte die Hanglage perfekt aus, um den einheitlichen Komplex zu schaffen, den wir heute Trajansmärkte nennen. Die Frontseite ist ein Halbrund aus Ziegeln hinter der östlichen Exedra des Trajansforums. Die Frontseite verläuft parallel zur Exedra und dazwischen liegt die Straße aus unregelmäßigen Steinen. Im unterem Stock sind Eingänge mit Türpfosten und Architrav ( auf Säulen ruhender Querbalken) darüber von Ziegelpilastern (flache Wandpfeiler) eingerahmte Rundbogen. Durch diese gelangt Licht in den oberen Korridor, auf dem sich wieder Läden befinden.

Der Fels bildet die Rückwand. Im Erdgeschoss gibt es außer den Geschäften zwei große Aulen und einer Halbkuppelüberdachung, die evtl. zu Schulzwecken dienten. Auf der dritten Ebene befindet sich die Via Biberatica, deren Name wahrscheinlich darauf schließen läßt, daß sich dort entweder Läden mit Getränken ( lat. biber=Getränk) oder Gewürzgeschäfte (lat. piper=Gewürz) befinden. In den übrigen Stockwerken befanden sich Aulen und weitere Läden und auch ein Saal mit Absis (halbkreisförmiger Abschluß eines Raumes), in dem vielleicht die Verwaltungsbüros der Märkte untergebracht waren. Die Trajansmärkte waren wahrscheinlich so etwas wie Großhandelsmärkte für die wichtigsten Lebensmitte, wie Öl und Getreide. Diese verwaltete der Staat selbst, es kam aber auch Einzelhandel vor, dessen Preise meist unter den Marktpreisen lagen. Auch der Kaiser vergab hier teilweise kostenlos Lebensmittel an das Volk.

  

Trajanssäule

Die Trajanssäule befindet sich zwischen den beiden Bibliotheken hinter der Basilica Ulpia und vor dem Tempel des Divus Traianus. Die Säule wurde 113 nach Chr. eingeweiht, die 100 römische Fuß beträgt (29,77m) auch die "Hundertsäule" genannt und besteht aus 18 Marmorblöcken. Die Säule steht auf einem würfelförmigen Sockel,

an dessen Ecken vier girlandentragende Adler zu sehen sind. Drei Seiten sind mit darkischen Waffentrophäen verziert. Auf der Spitze der Säule war einst die Statue von Trjan zu sehen, die jedoch abhanden kam und durch eine Figur des Apostels Petrus ersetzt wurde. Der Eingang trägt eine von Victoria-Figuren gehaltene Tafel, welche die Widmung der Säule an den Kaiser enthält. Die Säule dient als Grabstätte Trajans; man betritt einen Vorraum mit einem sich anschließenden größeren Raum, in dem die Asche Trajans aufbewahrt wurde. Es führt eine in den Marmor geschnitzte Wendeltreppe mit 185 Stufen die Säule hinauf. Um den Schaft führt ein 200 Meter langer und 90-125cm breiter Fries. Dieser hat die Siegreichen Feldzüge des Trajans zum Thema. Die Bilder zeigen alle Kriegsereignisse, sowohl Schlachtszenen, als auch Soldatenmärsche und den Bau von Feldlagern. Trajan allein erscheint etwa 70mal zusammen mit insgesamt 2500 Figuren auf der Säule. Von den ursprünglichen Farben sind nur wenige erhalten. Wahrscheinlich enthielt sie auch Inschriften mit den Ortsnamen der Kriegsschauplätze. Es wird vermutet, dass es sich bei dem Künstler um Applodoros von Damaskus, dem Architekten des Trajanforums handelt.

Julia Budde, Tina Mancarella 30.09.2000

Grafiken hinzugefügt 13.10.2000

Bildquelle:I Fori Imperiali