Frauenberufe

Trotz des Klischeebildes der ganz auf den Haushalt konzentrierten Römerin, gab es eine Menge an Frauenberufen außerhalb des Hauses, von denen 103 bekannt sind.

In Berufen des sozialen Bereichs gab es Ammen (nutrices), Hebammen (obstetrix), Ärztinnen (medicae) und Erzieherinnen (educatrix; paedagogae).

An der Spitze der Berufe für Dienstleistungen im häuslichen Umfeld stand die Friseuse und Kosmetikerin (ornatrix). Diese Berufe wurden aber überwiegend von Sklavinnen ausgeübt.

Im Handel war Frauenarbeit sogar üblich. Dabei übernahmen zahlreiche Fachverkäuferinnen den Vertrieb von Lebensmitteln, Gegenständen des täglichen Bedarfs und auch von Luxusartikeln.

Im Bereich des Handwerks oder manufakturartigen Produktionsbereichen waren Frauen nur im Textilgewerbe vertreten (dafür aber sehr zahlreich).

Berufe der Unterhaltungsbranche die von Frauen ausgeübt wurden, hatten ein geringes gesellschaftliches Ansehen. Berufe wie Schauspielerin (mima, pantomima), Musikantin (tibicina, psaltria, musica usw.), Sängerin (cantrices, cantatrices) und Tänzerin (saltatrices, Gaditana usw.) zählten zur Halbwelt und wurden oft mit der Prostitution in einem Atemzug genannt.

Einen ähnlich schlechten Ruf hatten übrigens auch Frauen, die im gastronomischen Bereich arbeiteten. Angesehene Frauen in akademischen und künstlerischen Berufen wie Juristin

( advocata ), Malerin ( pictor ), Dichterin ( poeta ) und Philosophin ( philosopha ) gab es allerdings nur äußerst wenige.

Aus den Überlieferungen (Grabinschriften) läßt sich allerdings schließen, daß es sich bei Frauenarbeit in den meisten Fällen um ungelernte  Arbeit gehandelt hat.