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Römische Bestattungsriten & Christentum RÖMISCHE BESTATTUNGSRITEN
UND TOTENKULT Die Römer hatten ganz
unterschiedliche Ansichten von dem Leben nach dem Tod. So gab es den Glauben an
das Weiterleben auf einer "Insel der Glückseligen"
ebenso, wie das Jenseits im Reich der Schatten, die freudlose Unterwelt. Auch
in den Bestattungsriten gab es Unterschiede. Durchgeführt wurden die
Brandbestattung und später auch die Körperbestattung. Dieser Wandel an
Bestattungsriten hängt möglicherweise mit den unter-schiedlichen
Jenseitsvorstellungen zusammen. Vielleicht glaubte man, mit intaktem Körper ins
Reich der Toten kommen zu müssen. Das Totenbett mit dem
Leichnam wurde meist von den Verwandten getragen. Eine Münze war für Charon,
den Fährmann über den Unterweltsfluss bestimmt. Mädchen und Frauen wurde
Schmuck beigegeben und einige Verstorbene erhielten auf ihren Beruf bezogene
Beigaben. Die verschiedenen Beigaben
wiesen häufig auf soziale Unterschiede hin. Von den Inschriften konnten
Namen, Herkunft, Alter und meist auch der Beruf abgelesen werden und die
soziale Stellung und der politische Einfluss konnte eingeschätzt werden. Die Bestattungsplätze nahe
den Straßen waren demnach besonders begehrt und für die Reichen vorbehalten.
Bis zu den Randzonen der Gräberfelder, an denen nur die Ärmsten bestattet
wurden, nahm die soziale Stellung der Begrabenen immer mehr ab. KATAKOMBEN
Einführung
Die Katakomben ( griech.: Aushöhlung, Mulde)
sind antike unterirdische Friedhöfe, die vor allem in Rom gleichzeitig von
christlichen und jüdischen Gemeinschaften genutzt wurden. Die christlichen
Katakomben haben ihren Ursprung im 2. Jahrhundert und wurden bis Mitte des 5.
Jahrhunderts ausgebaut. Die bedeutensten Anlagen dieser Art, die für
Körperbestattungen bestimmt waren und an italienische Bestattungstraditionen
anknüpfen, entstanden zwischen dem 2. und dem 4. Jahrhundert in Rom.
Ursprünglich waren sie In der Verfolgungszeit dienten sie nur in Ausnahmefällen als Zufluchtsort. Zu dieser Zeit gab es in Rom auch oberirdische Friedhöfe, die von den Christen aus verschiedenen Gründen allerdings nicht gerne benutzt wurden. Diese Einstellung der Christen schuf Platzprobleme, was die Entwicklung der Katakomben entscheidend beeinflusste. Bei der Verwendung von Oberflächenfriedhöfen wäre der zur Verfügung stehende Raum bald ausgeschöpft gewesen, da die Gräber nur einmal benutzt wurden. Die Katakomben lösten dieses Problem ökonomisch, praktisch und sicher. Diese Orte erlaubten vor allem in der Verfolgungszeit sich diskret und ungestört zusammenzufinden, sowie auch frei die christlichen Symbole zu verwenden. In Übereinstimmung mit dem römischen Gesetz, welches jede Beisetzung Verstorbener innerhalb der Stadtmauern verbot, liegen alle Katakomben an den großen Konsularstrassen und in der Regel in der Nähe der damaligen Vorortsgebiete. Beschreibung der
Katakomben Katakomben werden von unterirdischen Gängen gebildet,
welche oft kilometerlange Labyrinthe bilden. Katakombenanlagen sind entweder
nach einem Zweigsystem (Mittelgang mit seitlichen Abzweigungen) oder einem
Rostsystem (Mittelgang mit Seitenarmen und Das Begräbnis der ersten Christen war äußerst einfach und arm. Nach dem Beispiel Christi wurden die Leichname ohne Sarg in ein Leichentuch gehüllt. Dann wurden die Loculi mit Marmorplatten verschlossen. Oft schrieb man auf die Platte den Namen des Verstorbenen und ein christliches Symbol oder den Wunsch, Frieden im Himmel zu erlangen. Wegen ihrer Anordnung in Reihen übereinander, vermittelten die Gräber den Eindruck eines weiten Schlafraumes (Coemeterium). Auf diese Art wollten die Christen ihren Glauben an die Auferstehung der Körper unterstreichen. Neben den Loculi kannte man noch andere Grabformen: - Das Arcosolium ( Bodengrab) - Den Sarkophag ( Kassette aus Stein oder Marmor) - Das Formengrab (Grab im Boden) - Das Cubiculum ( kleine Räume als Familiengrabstätte) - Die Krypta (größerer Raum) Da die Christen ihren Glauben nicht offen bekannten, benutzten sie Symbole, welche sie an die Wände der Katakomben malten oder in die Marmorplatte einritzten. Die Symbole können ein konkretes Zeichen oder eine Figur sein. Die wichtigsten Symbole der Christen sind der „Gute Hirte“ ( stellt den Erlöser, Christus mit der geretteten Seele, dar), die „Orante“ (Symbol für die Seele, die im Frieden Gottes lebt), das Christus-Monogramm (der Verstorbene war ein Christ) und der Fisch ( Symbol für Christus und den christl. Glauben). Geschichte der
Katakomben Im ersten Jahrhundert hatten die Christen in Rom keine eigenen Friedhöfe. Falls sie Grundbesitz hatten, beerdigten sie ihre Verstorbenen dort, sonst benutzten sie allgemeine Friedhöfe. In der ersten Hälfte des 2. Jahrhunderts begannen die Christen ihre Verstorbenen unterirdisch zu begraben – die Katakomben entstanden. Im Laufe der Zeit weiteten sich diese Beerdigungsstätten aus. Das geschah oft auf die Initiative der Kirche hin. Nach dem Mailänder Edikt der Kaiser Konstantin und Licinius vom Februar 313 wurden die Christen nicht mehr verfolgt. Sie konnten frei ihren Glauben bekennen, Kultstätten und Kirchen innerhalb und außerhalb der Stadtmauern errichten und ohne Beschlagnahmungsgefahr Grundstücke erwerben. Trotzdem dienten die Kata-komben weiterhin als reguläre Friedhöfe, bis zu Beginn des 5. Jahrhunderts die Kirche dazu überging, nur noch oberirdisch oder in geweihten Basiliken zu beerdigen. Als ab dem 5. Jahrhundert verschiedene Barbarenstämme (z.B. Ostgoten) in Italien einfielen und bis nach Rom vordrangen, zerstörten sie dort systematisch viele Monumente, einschließlich der Katakomben. Im Laufe der Zeit zerstörten Erdrutsche und die Vegetation die Eingänge zu den Katakomben und ließen diese so in Verges-senheit geraten Antonio Bosio (1575-1629), der „Kolumbus des unterirdischen Rom“, begann Jahrhunderte später mit der Erforschung und der wissenschaftlichen Untersuchung der Katakomben. Die Bedeutung der
Katakomben In Rom gibt es mehr als 60 Katakomben mit hunderten Kilometern an Gängen und hunderttausenden Gräbern. Katakomben finden sich ebenso in Chiusi, Bolscana, Neapel, Sizilien und Nordafrika. Die Christen übernahmen die bereits bekannte Ausgrabungstechnik und entwickelten sie weiter zu einem weit-verzweigten Gangnetz mit untereinanderliegenden Ebenen oder Stockwerken. Die schnelle Entwicklung einiger Katakomben ist durch die Verehrung der dort beigesetzten Märtyrer zu erklären, denn viele Christen bestanden darauf, ihre eigene Ruhestätte in der Nähe der von ihnen verehrten Gräber zu haben, damit diese ihnen Schutz boten. In den Katakomben spricht alles mehr vom Leben als vom Tod. Jeder Gang, jedes Symbol, jede Inschrift lässt die Vergangenheit wieder lebendig werden und bietet klare Einblicke in den christlichen Glauben und die christlichen Zeugnisse. Wegen ihrer großen Bedeutung werden die Katakomben heute von Tausenden Pilgern aus allen Teilen der Welt besucht. Wegen ihrer kostbaren Schätze an Bildern, Inschriften und Skulpturen werden sie als authentische Archive der Kirche der Ursprünge angesehen, welche die Gebräuche, die Riten und die christliche Lehre dokumentieren, wie sie damals verstanden, gelehrt und gelebt wurde.
Die hauptsächlichen
Anziehungspunkte des Kolosseums waren die Theateraufführungen, die Tier-
und die Gladiatorenkämpfe.
Das Kolosseum aus der Vogelperspektive (Schemazeichnung)
Das Kolosseum als Querschnitt (Schemazeichnung) Referat
zum Thema römische Bestattungsriten und Christentum von Andrea Rasche, Anika
Volke und Inga Flecke (Juni 2002)
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