Häfen, Seehandel und Getreideversorgung (Ostia)
Bis zu Beginn der Kaiserzeit besaß Rom nur den Hafen von Ostia an der Mündung des Tiber (Ostia=Mündung). Claudius ( 10 v. Chr.bis 54 nach Chr., Kaiser von 41 bis 54) schuf den ersten großen Hafen an der Küste nördlich der Tibermündung und verband das Meer durch einen Kanal mit dem Fluss. Im Meer selbst legte er zwei lange Molen und eine künstliche Insel an und schuf so ein Hafenbecken von beachtlicher Größe (850.000 m²). In dem Maße, in dem Rom wuchs, nahmen auch Ostia und sein Hafen an Bedeutung zu. Seine Blütezeit erlebte Ostia unter den Kaisern, die den Hafen zum Welthafen machten. Es zeigte sich jedoch, dass die Anlage des Claudius zu sehr den Seestürmen ausgesetzt war. Deshalb legte Trajan (53 bis 117, Kaiser von 98 bis 117) näher an der Küste den neuen Hafen Portus im achteckigen Grundriss an, der eine Fläche von ca. 400.000 m² umfasste. Ostias Niedergang begann im 4. Jahrhundert mit der Versandung des Hafens. In den drei Häfen Roms, in Portus, in Ostia und im Emporium am Fuße des Aventin stömten die Güter der Welt zusammen: Ziegel und Ziegelsteine, Gemüse,Obst und Weine aus Italien; Getreide aus Nordafrika; Öl aus Spanien; Wild, Holz und Wolle aus Gallien; Datteln aus den Oasen; Marmor aus der Toskana und aus Griechenland; Blei, Silber und Kupfer von der Iberischen Halbinsel; Elfenbein und Glasschätze aus Syrien; Gold aus Dalmatien; Zinn von den Kassiteriden; Bernstein aus den baltischen Ländern; Papyrin aus dem Niltal; Stoffe aus dem Orient; Weihrauch aus Arabien; Gewürze, Korallen und Edelsteine aus Indien und Seide aus dem Fernen Orient. Das wichtigste Handelsgut, das nach Rom verschifft wurde, war Getreide aus Nordafrika. Ein Großteil dieses Korns wurde kostenlos an die Bevölkerung verteilt um soziale Unruhen zu vermeiden. Ernährt wurden die Römer nie vom Tiber sondern von dessen Umland. Dazu gehörten auch die Ackerflächen bis hin zum Meer. Die Waren von dort wurden jahrhundertelang bis in die Neuzeit mit Lastkähnen auf dem Tiber bis in die Stadthäfen gebracht. Der Fluss bot sich als bequemer Verkehrsweg an, doch aufgrund seiner vielen Windungen kam man auf den Straßen besser voran. Nur in einem Punkt war der Tiber unverzichtbar : Er trieb jahrhundertelang unter den Brücken die Mühlen zum Mahlen des Korns an. Anna-Lena Schwarz und Viola Redeker 05.10.2000
Bis zu Beginn der Kaiserzeit besaß Rom nur den Hafen von Ostia an der Mündung des Tiber (Ostia=Mündung). Claudius ( 10 v. Chr.bis 54 nach Chr., Kaiser von 41 bis 54) schuf den ersten großen Hafen an der Küste nördlich der Tibermündung und verband das Meer durch einen Kanal mit dem Fluss.
Im Meer selbst legte er zwei lange Molen und eine künstliche Insel an und schuf so ein Hafenbecken von beachtlicher Größe (850.000 m²).
In dem Maße, in dem Rom wuchs, nahmen auch Ostia und sein Hafen an Bedeutung zu. Seine Blütezeit erlebte Ostia unter den Kaisern, die den Hafen zum Welthafen machten.
Es zeigte sich jedoch, dass die Anlage des Claudius zu sehr den Seestürmen ausgesetzt war. Deshalb legte Trajan (53 bis 117, Kaiser von 98 bis 117) näher an der Küste den neuen Hafen Portus im achteckigen Grundriss an, der eine Fläche von ca. 400.000 m² umfasste. Ostias Niedergang begann im 4. Jahrhundert mit der Versandung des Hafens.
In den drei Häfen Roms, in Portus, in Ostia und im Emporium am Fuße des Aventin stömten die Güter der Welt zusammen: Ziegel und Ziegelsteine, Gemüse,Obst und Weine aus Italien; Getreide aus Nordafrika; Öl aus Spanien; Wild, Holz und Wolle aus Gallien; Datteln aus den Oasen; Marmor aus der Toskana und aus Griechenland; Blei, Silber und Kupfer von der Iberischen Halbinsel; Elfenbein und Glasschätze aus Syrien; Gold aus Dalmatien; Zinn von den Kassiteriden; Bernstein aus den baltischen Ländern; Papyrin aus dem Niltal; Stoffe aus dem Orient; Weihrauch aus Arabien; Gewürze, Korallen und Edelsteine aus Indien und Seide aus dem Fernen Orient.
Das wichtigste Handelsgut, das nach Rom verschifft wurde, war Getreide aus Nordafrika. Ein Großteil dieses Korns wurde kostenlos an die Bevölkerung verteilt um soziale Unruhen zu vermeiden.
Ernährt wurden die Römer nie vom Tiber sondern von dessen Umland. Dazu gehörten auch die Ackerflächen bis hin zum Meer.
Die Waren von dort wurden jahrhundertelang bis in die Neuzeit mit Lastkähnen auf dem Tiber bis in die Stadthäfen gebracht. Der Fluss bot sich als bequemer Verkehrsweg an, doch aufgrund seiner vielen Windungen kam man auf den Straßen besser voran. Nur in einem Punkt war der Tiber unverzichtbar : Er trieb jahrhundertelang unter den Brücken die Mühlen zum Mahlen des Korns an.
Anna-Lena Schwarz und Viola Redeker 05.10.2000