REFERAT: Tacitus’ Stil

 

Tacitus, Publicus Cornelius (um 55 bis ca. 115 n. Chr.)

römischer Geschichtsschreiber

-         psychologischer Blick in das Innere der Figuren

-         brillante Schilderung

-         knapper, aber farbenfroher Ausdruck

-         Verfechter der Ideale der römischen Republik

-         kritisierte politischen und moralischen Verfall in der Kaiserzeit

-         u.a. kritisches Porträt Domitians

 

Wortbildung:

01. statt Kompositum das einfache Verbum

            z. B.: 35.1, Z. 9: quaeruntur = ausdenken

02. zusammengesetztes statt einfaches Verbum (oft)

            z. B.: 32.1, Z. 8: proiciunt (iciunt) = vorwerfen, vorhalten

                     35.1, Z. 2: reposcerent (poscerent) = zurückfordern

                     35.4, Z. 5: diripuit (ripuit) = auseinanderreißen, zerreißen

                     33.1,       : complures (plures) = ziemlich viele, mehrere zusammen

03. Frequentiva (Wiederholung) und Intensiva (Verstärkung)

            z. B.: 35.1, Z. 3: rogitare (rogare)                            PPP + a-Konj.

                      35.3, Z. 3: ostentare (ostendere)

                      35.4, Z. 4: clamitans (clamans)

04. Neutrum des Adj. wie prädikatives Adj. oder wie Adv.

            z. B.: 36.2,       : in ancipiti (anceps)

05. statt abstraktem Substantiv o. attr. Verbind. Neutrum eines Adj. mit abhängigem Gen.

            z. B.: incerta noctis

                     medio diei

08. Plural mancher Konkreta statt des abstrakten Substantivs

            z. B.: praedae: Plünderung (eigentl. Beutezüge)

09. objektiver Zustand statt subjektives Gefühl

            z. B.: labor: Arbeitslust (eigentl. Arbeit)

10. Adjektive aktivisch statt passivisch und umgekehrt

Grammatik:

11. sehr viele Adjektive mit Genitiv der näheren Bestimmung

            z. B.: 32.2, Z. 6: animi ferox

12. sehr viele Adjektive mit Dativ

13. Dativ mit Substantiv statt Genitiv mit Substantiv

            z. B.: 31.2, Z. 6: nomen superiori                     (Ausdruck der Bestimmung/Absicht)

14. statt des finalen „ut“ häufig Infinitiv

            z. B.: incubuerat pervertere: er hatte sich aufgehalten, um zu vernichten

Kürze:

Lässt Präpositionen und Konjunktionen weg, häufig ohne „esse“

17. zusammenfassende Prägnanz des Ausdrucks

            z. B.: corrupti in dominos = ut flagitium committerent in dominos:

                      um die Schandtat am Herrn zu verüben

18. Verbalsubstantiva statt Nebensätze

z. B.: victor prohibuit (cum vicisset): der Sieger wehrte ab (er wehrte ab, nachdem er

         siegte)

z. B.: propria electione (quod ipse elegerat): durch Eigentümerwahl (weil er selbst

         auswählte)

19. Präpositionen statt Nebensätze

            z. B.: inter infensos et obnoxios (cum alii infensi, alii obnoxii essent) : unter

                    feindseligen und schuldigen (weil die einen feindselig, die anderen schuldig

                    würden)

Stilistische Eigentümlichkeiten:

21. Zeugmatische Verbindungen

22. Hypallage des Adjektives

            z. B.: atrox proeliis opus („ein durch Kämpfe grässliches Werk“): ein Werk von

                    grässlichen Kämpfen

23. Variatio