Lebenslauf des Tiberius Caesar Augustus
Der Regierungsstil des Tiberius
Der Senat bezeichnete ihn aber als Heuchler, da er dem Senat einerseits freie Hand zu lassen schien, aber am ende doch selbst die Entscheidungen traf.
Ein mehr entschlossenes Handeln zeigte er auch, wenn es darum ging gegen Gehorsamsverweigerung vorzugehen.
Zwischen 27 und 36 n.Chr. bewilligt er der Bevölkerung großzügige Katastrophenhilfe für die Verluste, die durch die in Rom wütenden Großbrände verursacht wurden.
Einige Jahre später war er aber deshalb gezwungen die Steuern zu erhöhen (Umsatzsteuer).
Seine Beziehung zum bestehenden Senat war problematisch. Tiberius war nämlich Traditionalist und stammte aus der alten Senatorenelite. Er verlangte vom Senat, dass dieser die Initiative ergreifen soll. Tat dieser das, war Tiberius damit auch nicht zufrieden. So lief die Beziehung zwischen T. und dem Senat immer mehr auseinander.
Dazu kam noch das ständige Misstrauen, das T. gegenüber dem Senat hegte. Dieses führte zu einer Reihe von Hochverratsprozessen. Todesurteile wurden dabei mit den fadenscheinigsten Begründungen ausgesprochen.
Ein deutliches Beispiel dafür war die Anklage und Verurteilung eines alten Konsuls, der dabei erwischt wurde, wie er sich mit einer Münze, auf der der Kopf des Tiberius abgebildet war, auf die Toilette begab.
Nach alle dem kann man fast von einer Schreckensherrschaft sprechen.
Privatleben des Tiberius
All dies tat er aber nur um über seine Charakterschwäche hinwegzutäuschen, denn er war bei weitem kein geselliger Mensch. Er hatte sogar eher einen steifen und arroganten Charakter. Seine Abneigung vom Volk
steigerte sich als er nicht mehr bereit war Geld für die beliebten Spiele auszuschütten.
Durch diese Scheu vor der Öffentlichkeit getrieben siedelte er schließlich nach Capri um. Wie auch auf der villa jovis lebte er dort seine sexuellen Neigungen aus und gilt, aufgrund seines fortgeschrittenen Alters, als ein greiser Lustmolch.
Er verbringt dort seine Zeit mit Literatur und Sterndeutern. Tiberius war sogar in der Lage im Stil seiner Lieblingsdichter Verse zu verfassen. Außerdem sprach er fließend Griechisch, was in schon von der normalen Bevölkerung unterschied.
Aufgrund seiner Literaturneigung waren seine Reden für das normale Volk oft schwer verständlich und mit Fremdwörtern gespickt. Er hat sogar einmal versucht Fremdwörter in die Gesetzestexte von öffentlichen Erlassen einfließen zu lassen. Damit scheiterte er jedoch am Senat.
Alter und Tod des Tiberius
Während in Rom die Hochverratsprozesse wüteten befindet sich Tiberius auf Capri in seinem Alterssitz, der "villa jovis".
Gerüchten zufolge lebte er dort seine homosexuellen Praktiken mit halbwüchsigen Strichjungen (spintriae) aus.
An den Wänden seiner Räumlichkeiten soll es sogar Bilder von Stellungen gegeben haben, welche T. von seinen Strichjungen erwartete.
Ungeklärt blieb nach wie vor die Thronfolge: Gaius Caligula oder Tiberius Gemellus standen zur Auswahl, wobei T. zu Gemellus kein Vertrauen hatte, da dieser angeblich das Produkt eines Seitensprunges war und damit nicht als richtiges Mitglied (Enkel) seiner Familie zählt.
Deshalb wurde Gaius Caligula als Nachfolger
Auf einer Reise wird Tiberius schließlich krank unterdrück diese Krankheit aber, wie er es schon immer mit Krankheiten getan hatte.
Er stirbt dann am 16. März 37 n.Chr. in seiner Villa in Misenium. Sein Tod stellte für das Volk aber eine erfreuliche Botschaft dar und man wollte seine Leiche sogar in den Tiber werfen.
Dies verhinderte sein Nachfolger Gaius Caligula aber. Er ließ die Leiche des Tiberius mit einer bewaffneten Eskorte nach Rom überführen und ihn dort einäschern.
Am 4. April fand dann im Mausoleum des Augustus die Beisetzung statt. Weder kam es zu einer Vergöttlichung noch zu einer "damnatio memoriae", also zu einer Verdammung seines Andenkens, was mit dem Löschen aller Namen aus Inschriften usw. verbunden gewesen wäre.
Gerüchten zufolge gibt es aber auch noch eine andere Todesgeschichte:
(Jan Spiegel und Benjamin Rekate 08.04.2000)